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25 Jahre danach: Was bleibt von Karl
Rahner 1 ?
Manche empfinden schon diese Frage als Provokation.
Und man kommt mit allen möglichen Attributen und
Beteuerungen daher. Natürlich, wird schnell gesagt,
verdanke die Kirche, verdanke die Theologie
diesem deutschen Jesuiten viel – und schon
geht man über zur Tagesordnung. Karl
Rahners Theologie ist zu schwer, zu hoch, zu
abstrakt, hört man dann – und heute ginge es ja ums
Eingemachte: um Finanzlöcher,
die zu stopfen sind, um Personalprobleme, um
Strukturfragen, um die Modulisierung des Lehrstoffs
an Theologischen Fakultäten usw. usf. Da ist dann
vieles bei Karl Rahner zu sperrig, zu wenig
brauchbar.
Ich frage mich, ob die Probleme, die sich in
den letzten Monaten in der Kirche auftaten, nicht
gerade auch das Eine zeigten:
Wir brauchen gute Theologie. Wir brauchen
exzellente Theologie – und so etwas ist bei Karl
Rahner zu finden.
25 Jahre danach: Was bleibt von Karl Rahner?Ich bin natürlich kein
Prophet. So meine ich nur ganz bescheiden: Es
bleiben Eindrücke, die Karl Rahner hinterlassen
hat. Und es bleibt Karl Rahners gedrucktes Werk,
das auf den ersten Blick unüberschaubar wirkt.
Zu den Eindrücken: Es gibt berührende, herzzerreißende
Bekundungen, was dieser Mann als Priester
und Seelsorger, als Theologe und als
Schriftsteller, als Prediger und als Nothelfer in
ganz praktischen Lebensfragen ausgelöst hat – Karl
Rahner wirkt nachhaltig2.
– Zu seinem Werk: Wer Karl Rahners OEuvre
wirklich kennt und nicht nur bei den Interpreten
der Interpreten abschreibt, der weiß, daß Karl
Rahner zu so gut wie allen Fragen Stellung genommen
hat. Nicht weil es ihn drängte, sondern weil er
gedrängt wurde. Für manche, für die er der
Proponent einer
modernistischen Kirche ist, kommt die große
Enttäuschung, wenn sie feststellen, daß Rahner tief
verwurzelt war in der neuscholastischen Theologie,
von der sich die Kirche verabschiedet hat – ohne
indes einen Ersatz für diese Schule des Denkens zu
finden, die eine Schulung des Denkens bedeutete.
Karl Rahner konnte kreativ umgehen mit
Tradition, hat Johann Baptist Metz einmal gesagt –
deswegen konnte er dann auch reagieren auf Fragen
und Fragestellungen, zu denen die
Neuscholastik keinen Zugang finden konnte – als
geschlossenes und deswegen steril gewordenes
System.
„Eben erst“, möchte man sagen, genauerhin
vor fünf Jahren, wurde der 100. Geburtstag Karl
Rahners begangen. „Es rahnert allerorten“,hieß es damals im
Feuilleton-Stil.
Jetzt also ist der 25. Todestag dran. Ist nicht
längst alles zu seinem Werk gesagt: bekundet,
kommentiert, gepriesen, analysiert oder aber
beeinsprucht? Die Bandbreite der Würdigungen
reichte, damals wie heute, vom „Kirchenvater“ bis
zum „Zerstörer“ der Kirche und
„Manipulator“ des Konzils, der für alle
nachkonziliaren Einbrüche verantwortlich gemacht
wird. Karl Rahner also als Heiliger oder als
Sündenbock.
1. Stationen eines Lebens
Die Eckdaten seines Lebens kennen Sie.
Da läßt sich nichts Neues sagen. Ich muß nur
erinnern: Geboren 1904, in Freiburg im Breisgau, am
5. März, Abitur 1922, keine drei Wochen später im
April Eintritt in den Jesuitenorden, in Tisis bei
Feldkirch (Vorarlberg), weil der Orden nach den
Bismarckgesetzen im Deutschen Reich erst im
Aufbau war, Studien in Vorarlberg, Pullach und
Valkenburg, Priesterweihe 1932, Promotion in
Innsbruck, wo er auch die ersten Lehrerfahrungen
sammelte, Vertreibung aus Tirol, Seelsorgstätigkeit
in Wien, Rückkehr nach Innsbruck, nach fast
zehn Jahren, Professur in Innsbruck, an der
Theologischen Fakultät, die mit den Brüdern Rahner
und Josef Andreas Jungmann SJ Weltruhm erlangte,
dann der Wechsel nach München, auf den
Romano-Guardini - Lehrstuhl,
die späte Professur in Münster, und schließlich
München, von 1971, dem Jahr der Emeritierung, bis
1981 – als Karl Rahner im November nach Innsbruck
zog, damit irgendwie „zu den
Anfängen“ zurückkehrte, vielleicht aus ganz
praktischen Gründen, denn mittlerweile war das
Jesuitenkolleg renoviert, die Lebensverhältnisse
waren angenehmer. Hier in Innsbruck ist er dann
auch verstorben, keine vier Wochen nach
Vollendung seines 80. Lebensjahres. Es gibt
Stimmen, die sagen, dass die vielen, bereits im
Herbst 1983 einsetzenden Feiern und Symposien
einfach zu viel für ihn waren:
London, Budapest, Freiburg, zuletzt der
Festakt an der hiesigen Theologischen Fakultät.
Karl Rahner war erschöpft, er wollte sich im
Sanatorium Hochrum aufpäppeln lassen, wie er das
öfter machte, er musste in die Universitätsklinik
verlegt werden – und dort starb er am 30. März
1984.
Ich verbrachte ein Freisemester in Israel, noch
nicht Jesuit. Aber neben mir saß, als wir die
Meldung von Rahners Tod tags darauf im Radio
hörten, P. Georg Sporschill SJ. Und der bekam dabei
feuchte Augen – das ist mir geblieben. Es war ein
dichter Moment. Karl Rahner konnte – und kann
– Anteilnahme auslösen. Gott sei Dank,
möchte man sagen, ist ihm erspart geblieben, was
dann ab Mitte der 80er Jahre über die Kirche
Österreichs hereingebrochen ist – mit
Bischofsernennungen, die ganz offensichtlich die
Ära König relativieren, korrigieren sollten, jenes
Erzbischofs, den Karl Rahner auf dem Zweiten
Vatikanischen Konzil beraten hat. Ich möchte mir
nicht ausmalen, zu welchen
Stellungnahmen Karl Rahner sich hätte hinreißen
lassen, welche Wortspenden, wie man heute sagt, er
abgegeben hätte – nicht wenige rezipieren ihn ja
ausschließlich unter dem Stichwort des zornigen
alten Mannes der letzten Lebensjahre. Das
ist zwar unfair, aber man hat sein Klischee – und
damit lässt sich oft leichter umgehen, als sich mit
jemandem wirklich auseinanderzusetzen. Ja, Karl
Rahner wurde natürlich auch instrumentalisiert, und
nicht jeder hat ihn so charmant für seine Zwecke
eingespannt wie Georg Sporschill, der wusste,
dass es lohnt, mit einer Autofahrt zu locken,
um einen Artikel für den „Entschluss“ zu bekommen.
Und hinterher ein Eis!
2. Den Mut haben, mit Gott zu reden …
1979 feierte Karl Rahner seinen 75.
Geburtstag. Walter Kasper, damals Professor an der
Universität Tübingen, hielt in München in der
Katholischen Akademie in Bayern die
Laudatio. Am Ende seiner Rede fragte er: „Was
bleibt also? Mir erscheint Karl Rahner … oft wie
ein Mose, der das Volk in das Land der Verheißung
führen will, der dieses Land aber nur noch von
ferne schauen und nicht mehr selbst betreten darf.
Was bleibt, ist deshalb das, was Rahner die
Schlüsselerkenntnis seines ,Grundkurses des
Glaubens’ genannt hat: die Einsicht in die
bleibende Differenz zwischen ursprünglichem christlichen Daseinsvollzug
in Glaube, Hoffnung und Liebe und der Reflexion darauf. Es ist die Einsicht des
Thomas von Aquin, des guten Bruders Thomas, wie Dante ihn nannte, der nach
der Messe des Nikolaustages 1273 abrupt zu schreiben aufhörte mit der Begründung:
,paleae sunt, frater Reginalde’, ;Stroh ist alles,
was ich schrieb, angesichts dessen, was ich schaute’. Karl Rahner hat diese Einsicht
in die Verborgenheit des je größeren Gottes immer wieder eingeschärft. Er hat damit die
Theologie als einen Weg verstehen gelehrt und ihr einen Weg gewiesen, der niemals
in ein fertiges System münden kann, der vielmehr erst dann zu Ende sein wird, wenn
alles Fragen und Suchen einmünden kann, der vielmehr erst dann zu Ende sein wird,
wenn alles Gleichnis zurückbleibt und wenn alles einmündet in das überhelle Geheimnis
der Liebe Gottes, die auch die Seligkeit des Menschen ist.“3
Karl Rahner antwortete auf die Worte des heutigen Kurienkardinals so: „Natürlich bin
ich kein Kirchenvater, natürlich habe ich keine epochale Theologie gemacht, sondern
war ein ganz normaler Theologe, der seine Pflicht zu tun versuchte und das auch
oft nicht besonders gut getan hat, sondern so als kleiner, armer Sünder durch
die Weltgeschichte pilgerte und sich hinterdrein
wunderte, was die Leute bei den Selbstverständlichkeiten alles fanden, die
ich eigentlich zu sagen hatte. Denn über den lieben Gott, über seine Ewigkeit, über unsere
Sünde und Armseligkeit, über unsere absolute Verwiesenheit auf Gott, haben andere
genausoviel und meistens auch viel besser etwas gesagt.“4
Und an die Adresse des ebenfalls anwesenden
Erzbischofs von München und Freising, Joseph Ratzinger, gerichtet, meinte
er: „Ich danke natürlich allen, die hier
gesprochen haben, besonders dem Herrn Kardinal. Da darf ich ja doch gestehen,
daß ich im Laufe meiner eigenen Kirchen Geschichte nicht immer so wohlwollende
und verständnisvolle Worte gehört habe wie heute aus dem Munde des Herrn
Kardinal. Auf der anderen Seite – und das ist mir ebenso ernst – bitte ich alle meine
Zeitgenossen und die Späteren von Herzen, solche Schwierigkeiten, wie sie eigentlich
ein normaler Mensch mit der konkreten Kirche immer gehabt hat, nicht besonders
aufzubauschen, zu dramatisieren, so zu tun, als ob ich da die fürchterlichsten Qualen und
Martyrien des Geistes hätte ausstehen müssen.
Das ist einfach nicht wahr. Für einen normalen Jesuiten ist das kein entsetzlich
aufregendes Ereignis, wenn ein Buch in der
Zensur hängen bleibt: Na ja.“5
Delikat sind diese Bemerkungen im nachhinein
deshalb, weil wenige Monate später Karl Rahner in einem Offenen Brief, der in
der Zeitschrift „Publik-Forum“ veröffentlicht
und in der „Süddeutschen Zeitung“ auszugsweise
nachgedruckt wurde, gegen die Verhinderung seines
prominenten Schüles Johann Baptist Metz als Nachfolger von
Heinrich Fries in München lautstark aufbegehrte
und Kardinal Ratzinger sowie den bayerischen Kultusminister Hans Maier scharf
angriff. „Ich protestiere“ hieß dieser Brief in
Anlehnung an Émile Zola 6. Heute wird wenigerprotestiert. Das könnte der kirchlichen
Karriereplanung schaden. Ganz typisch ist, dass Rahner seine doch ziemlich scharfe
Äußerung am Provinzial vorbei veröffentlichte.
Von diesem in die Zentrale zitiert, sagte er zu seiner Verteidigung: „Ich habe
Dich nicht informiert, weil Sie nein hätten sagen mußt. Ich wollte Dir nicht noch mehr
Schwierigkeiten machen, Du bist sowieso so großzügig und verteidigst mich immer.“7
Bemerkenswert ist auch seine Anmerkung
an die Adresse „nach oben“: „In aller Bescheidenheit würde ich aber natürlich
auch die großen Führer und Mentoren der Kirche, die Bischöfe und Päpste bitten, bei
ihrem Regieren immer auch daran zu denken, daß sie es mit Menschen und nicht mit
Paragraphen zu tun haben; daran zu denken, wie schwer es unter Umständen neben
anderen auch ein Theologe hat, seine Pflicht zu tun und zu sagen, was er denkt, empfindet,
glaubt erkannt zu haben. Er hat eben auch ein gewisses Recht, das und jenes in
der Kirche anders zu wünschen.“8
Man kann das natürlich alles gleich abtun
als pflichtgemäße, pathetische Bescheidenheitstopoi
eines 75jährigen. Ich glaube,
es war auch wirklich so gemeint. Der Schlußakkord dieser Dankrede ist ganz
und gar typisch für Karl Rahner: „Es ist klar, daß man mit 75 Jahren mehr an den
Tod als an das Leben denkt, mehr an das Unbegreifliche, was kommen soll, an jenes
Unbegreifliche, wo das einzelne menschliche Leben mit seinen Banalitäten und
sogar eigentlich die Kirche selber untergegangen
sein werden in dem unbegreiflichen Leben Gottes. Darauf kommt schließlich alles
an. Wenn ich dem und jenem in dieser Beziehung in meinem Leben ein ganz klein
wenig helfen konnte, den Mut zu haben, mit Gott zu reden, an ihn zu denken, zu glauben,
zu hoffen und zu lieben, dann – meine ich – ist das Leben der Mühe wert gewesen.
Sie haben mir diese wunderbare Feier geschenkt.
Ich danke allen für das, was hier mir zuliebe getan
wurde. Natürlich ist für den, der so gefeiert wird in diesem Alter, bei
seiner jetzigen Verfassung und Konstitution, sehr viel Ernstes und
Nachdenkliches dabei. Aber im Grunde bin ich als normaler Christ
auch davon überzeugt, daß das Lachen, die Freude, das Unbeschwerte
auch etwas ist und nicht nur der tiefsinnige Ernst, was in
Gott und in seiner Ewigkeit geborgen sein wird. So dürfen wir noch etwas fröhlich,
unbeschwert und ohne Wichtigtuerei beieinander
bleiben.“9
Kardinal Karl Lehmann, Ehrendoktor der Universität Innsbruck, hat vor einigen
Wochen, am 24. April 2009, in München die erste Rahner Lecture gehalten, mit der das
Karl-Rahner-Archiv eine neue Tradition begründete10.
Er wiederholte dabei, was er bereits vor fünf Jahren festgestellt hatte: „Wenn
große Menschen von uns gehen, entsteht nach ihrem Heimgang zunächst eine eigentümliche
Erfahrung der Leere. Es ist nicht nur die Erkenntnis, daß einer fehlt, der für
viele ein Meister des Denkens und ein ungewöhnlicher
Seelsorger war. Das Ausbleiben seiner Wegweisungen und Zwischenrufe,
die für ein halbes Jahrhundert nicht wegzudenken
waren, hat eine Lücke hinterlassen, die nicht geschlossen werden kann. In
diesem Sinne ist Karl Rahner einmalig und unersetzlich.“11
3. Meister des Denkens – ungewöhnlicher Seelsorger
25 Jahre danach: Was bleibt von Karl
Rahner? – Ein Meister des Denkens und ein ungewöhnlicher Seelsorger – und Karl
Rahner war immer beides zugleich! Das ist ja
gerade das Erstaunliche. Denn Karl Rahner ist nicht nur präsent mit den Klassikern „Von
der Not und dem Segen des Gebetes“ (1949)
oder „Worte ins Schweigen“ (1938), die seit über 60 Jahren gelesen und neu aufgelegt
und wieder und wieder gelesen werden. Er
ist auch präsent mit bahnbrechenden theologischen Spitzenartikeln, die Schneisen
schlugen in eine verkrustete theologische Landschaft, für die, mindestens bis zum
Zweiten Vatikanischen Konzil, alles gesagt schien12.
Wie allen großen Autoren bleibt natürlich auch Karl Rahner nicht erspart, für alle möglichen
Zwecke instrumentalisiert zu werden. Von Kurt Tucholsky soll das Bonmot
stammen: „Sag mir, was du brauchst, und ich will dir dafür ein Nietzsche-Zitat besorgen.“
Damit resümierte er trefflich Rezeption und Verwendung der Schriften des deutschen
Philosophen. Tucholskys Worte lassen sich spielend auf Karl Rahner übertragen!
Verkürzungen, Ausblendungen oder Umdeutungen sind ihm nicht erspart geblieben.
Da gibt es manche abenteuerliche Stilblüte. Gehässige Polemiken kann man
zwar aus wissenschaftlicher Sicht übergehen.
Aber sie machen doch Stimmung gegen einen, dessen Schriften für Tausende
zur Glaubens-, ja zur Lebenshilfe geworden
sind – und dies auch heute noch tun. Karl Lehmann warnte im „Gedenkjahr 2004“
davor, Rahners Werk dürfe „nicht zu einem Steinbruch werden, aus dem jeder nach
Belieben auswählt.“13 Selektiver Umgang
wird einem theologischen Werk nicht gerecht. Man muss außerdem von einem
„Rahnerjargon“ zu Karl Rahner selber kommen. Es nützt auch nichts, ihn papageienhaft
nachzubeten oder für jedes theologische Problem ein Rahner-Stichwort parat zu haben
und ihn als Kronzeugen anzuführen, so diskursbelebend das sein mag.
Dem kontextlosen oder beliebigen Gebrauch steuern die „Sämtlichen Werke“ entgegen,
weil sie Rahners Werk möglichst umfassend und
zuverlässig präsent halten oder aber erst (wieder) zugänglich machen, weil
vieles weit verstreut oder längst nicht mehr greifbar war14. Wer
Zusammenhänge und Hintergründe beachtet, kann Karl Rahner
gerade nicht einfach als „Stimmzettel“ zur Autorisierung eigener Interessen instrumentalisieren
oder als Passepartout für Fragestellungen verwenden, die er selber
nicht kannte. Vielleicht erweist sich auf lange
Sicht Karl Lehmanns Einschätzung, Karl Rahner sei „ein Mann für übermorgen“15,
als prophetisches Wort: Karl Rahner hat über den Tag hinaus
gedacht, und an seiner Kirchlichkeit kann nur zweifeln, wer seine
Texte nicht wirklich kennt. Ich bringe ein an und für sich banales,
aber bezeichnendes Beispiel: Vergangene Woche fragte ein deutscher Verlag im Karl-
Rahner-Archiv nach, ob er einen beigelegten Text von Karl Rahner abdrucken dürfe – in
einem Textbuch für Religionslehrer. Woher der Text stamme, wurde ebenfalls gefragt.
Nach etwas mehr als einer Stunde fand ich den Originaltext, eine Weihnachtsmeditation
von 1951, erst im „Hochland“ erschienen, dann im „Kleinen Kirchenjahr“ und später
im „Großen Kirchenjahr“. Die Lektorin wollte sich diese Recherche ersparen; man findet
ja einen Dummen, dem das nicht ganz egal ist. Vor allem aber: Der Text war kein echter
Rahnertext, sondern ein völlig verstümmelter Text – da ein Wort eingefügt, dort drei
Zeilen weggelassen, und das alles, damit es einen „schönen“ Text ergibt. Das ist der auf
Aphorismen und fromme Spruchkarten reduzierte
Karl Rahner! Ich habe diese Lektorin auf die Lizenzabteilung des Verlags Herder
verwiesen. Der Verlag wird den Abdruck des Textes so, wie er vorliegt, natürlich ablehnen.
Ich erwähne dieses Beispiel, weil es ein konkretes Problem anzeigt. Aber das passiert
sicher viele Male, ohne dass der Orden oder der Verlag oder das Karl-Rahner-Archiv
überhaupt damit befasst werden. Eine wichtigere Sache ist die: Von der auf32 Bände angelegten Ausgabe sind mittlerweile
23 Bände erschienen. Heuer werden drei bis vier Bände dazukommen, wir befinden
uns also auf der Zielgeraden – aber erreicht ist das Ende der Edition wohl erst
in fünf Jahren16. Franzosen, Italiener und
Amerikaner beneiden uns um diese Edition;
im deutschen Sprachraum wird 14 Jahre nach Editionsbeginn da und dort immer
noch gefragt: Warum brauchen wir denn eine Gesamtausgabe, wenn es doch 16 Bände
„Schriften zur Theologie“ gibt? Die machen aber eben nur ein Drittel des gesamten
Textcorpus aus – aber gegen akademische Ignoranz ist kein Kraut gewachsen.
In der Märzausgabe der „Stimmen der Zeit“ habe ich einen Beitrag mit dem Titel
„Die Autorität Karl Rahner“17 veröffentlicht.
Wohlgemerkt nicht mit Genetiv-s, also nicht: „Die Autorität Karl Rahners“; sondern: „Die
Autorität Karl Rahner“. Das bleibt nämlich: Karl Rahner ist Referenz, selbst dort, wo das
auf den ersten Blick nicht immer einsichtig ist. Seine Autorität ist darin begründet,
dass er „Autorität“ war. Mit den Worten von Johann Baptist Metz: „Karl Rahner zu vermissen,
das heißt auch: das zu vermissen, was ich (gewiß gegen seinen Einspruch)
seine Autorität nennen möchte, die so viele, höchst unterschiedliche Leute anzog und
sich an ihn wenden ließ: Junge und Alte, Gläubige und Ungläubige, Autoritätsträger
und Autoritätsentwöhnte. Diese Autorität ist kaum gut zu beschreiben. Ich meine jedenfalls
eine Autorität, die man nicht ,hat‘ (durch Amt und Insignien), sondern die man
,ist‘. Sie speiste sich bei Karl Rahner nicht
nur aus einer immensen Erkenntnisautorität, nicht nur aus der Autorität durch Bildungs-
und Ausbildungskompetenz. Viele Elemente
fließen in ihr zusammen ... So war es wohl
jene Autorität des Verstehens, die gepaart ist mit einer großen, oft sehr schutzlosen
Bescheidenheit und mit äußerster intellektueller
Redlichkeit und Verläßlichkeit.“18
Solche Autorität ist nicht platte Behauptung,
herbeigeredet oder herbeigeschrieben. Karl Rahner war eine Autorität! Sein Name ist
zu einer „Marke“ geworden: „Karl Rahner“ steht für Qualität, d. h. für theologische
Qualitätsarbeit. Karl Rahner ist zur unersetzlichen
Referenzstelle geworden. Nicht nur, weil er zitiert wird – etwa mit dem
Kürzel „Rahner-Vorgrimler“ (für das „Kleine Konzilskompendium“). Wer zitiert wird, besitzt
ja längst noch keine hundertprozentige Garantie dafür, wirklich und wirksam rezipiert
zu werden.
So wirkmächtig seine Theologie jedoch nach wie vor ist und – man muss kein
Prophet sein – bleiben wird: Die Erinnerung an Karl Rahner selbst scheint allmählich
zu verblassen, um nicht zu sagen: zu verschwinden.
Der Geschichte geschrieben hat, ist für viele 25 Jahre nach seinem Tod
selbst einfach „Geschichte“, ähnlich wie das letzte Konzil scheinbar fern zurückliegt.
Karl Rahner ist jedoch nicht wegzudenken– und auch nicht wegzuloben
– aus den Aufbruchsbewegungen des 20. Jahrhunderts. Es gibt, jenseits der alle
fünf oder zehn Jahre wiederkehrenden Gedenktage, längst auch eine unterirdische
Wirkungsgeschichte: Karl Rahners theologisches
Werk wirkt nach wie vor – oft ohne dass sich seine Bewunderer oder Bestreiter
darüber Rechenschaft ablegen. Passé ist er gewiß nicht. Die Kategorisierung
„Theologiegeschichte“ vermag ihn nicht zu musealisieren – auch wenn das manchen
gar nicht so ungelegen käme.
4. Einweisungen in die Erfahrung des Glaubens
25 Jahre danach: Was bleibt von Karl
Rahner? – Er war einer, der Einweisungen in die Erfahrung des Glaubens versuchte. Ich
weiß nicht, ob man wirklich in unapologetischer
Absicht von Karl Rahner sprechen und schreiben kann. Ein „unverdächtiger“
Zeuge, der Freiburger Fundamentaltheologe
Magnus Striet, hat einmal in einer Bilanz gemeint,
er wolle Karl Rahner „nicht nur ehren, sondern Partei für ihn ergreifen.“ Für einen
Theologen der jüngeren Generation, der kein ausgewiesener Rahnerforscher und -
fan ist, ist dies erstaunlich. Striet gab auch
ein Motiv für seine respektvolle Verbeugung an: Seine Bemerkungen wollten „Partei für
einen Theologen ergreifen, dem das Denken
eine Einübung in den Glauben darstellte und der deshalb, weil er von der lebensdienlichen
Kraft dieses Glaubens zutiefst überzeugt war, mit einer ungeheuren Energieleistung
andere in diese Einübung hineinnehmen wollte.“
Es ist die „Hebammenkunst des Fragens“, die Karl Rahner zu einem „begnadeten
Maieutiker“19 machte. Das hat ein Metz erfahren,
ein Sporschill20, viele andere auch:
ganz normale Christen, einfache Leute oft, die sich an Rahner gewandt haben.
Er hat fasziniert. Die „Hebammenkunst
des Fragens“: Sie müssen diejenigen gespürt haben, die ihm zugehört haben: in
Vorlesungen und Seminaren, in Predigten, in Vorträgen, vielleicht auch im Sprechzimmer
des Jesuitenkollegs in Innsbruck, in das zu gehen sich der große Gelehrte nie zu schade
war. Kann man Schöneres von einem „Lehrer der Theologie“ sagen, als dass er
auch zum „Vater meines Glaubens“21 geworden
ist, wie dies Metz tat? Ich würde ergänzen: Rahner ist für viele zum Vater eines
erwachsenen Glaubens geworden. Das ist nicht wenig.
Albert Raffelt, einer der fünf Mitherausgeber
der „Sämtliche(n) Werke“, sagt es so: „Ich lese nun Rahner seit 40 Jahren. Für mein
Glaubensleben ist das immer noch eine Lektüre ..., die meine Stimmung hebt, und
zwar nicht, weil das ein Optimismus naiver Art wäre, sondern weil hier eine Universalität
der Heilszusage bedacht ist, die einen Klang hat, der angesichts der pluralen Situation der
Gesellschaft und ihrer Widersprüche, die bei Rahner ja auch alle vorkommen, wirklich befreiend
ist.“22 Die Autorität Karl Rahner gilt also auch 25
Jahre nach seinem Tod. Und sie erweist sich als resistent gegen bösartige Anfeindungen
ebenso wie gegen Verdrehungen: literarischer Missbrauch, wenn er ins Prokrustesbett seiner
Interpreten gelegt und auf Aphorismen oder fragwürdige Stichwörter reduziert
wird.
25 Jahre danach: Was bleibt von Karl Rahner? – Dass Karl Rahner nicht musealisiert,
nur historisch betrachtet oder exegetisiert wird, bedarf angesichts der
Forschungslage eigentlich keiner ausführlichen
Erwähnung mehr. Ihn „konstruktiv weiterdenken“ (M. Striet) muß das Anliegen
jeder Theologengeneration sein, die demütig genug ist einzusehen, dass sie auf
Leistungen früherer Generationen ruht. Karl Rahner hat hier Maßstäbe gesetzt und sich
als Pionier erwiesen. Ich erinnere en passant
nur an die längst kirchliches Allgemeingut gewordenen Theologumena vom allgemeinen
Heilswillen, mit dem sich das Zweite Vatikanum auseinandergesetzt hat, oder
an das Wort vom „anonymen Christen“, bei dem es Rahner nicht um den (nach wie vor
umstrittenen) Begriff (den er auch ausgetauscht
hätte), sondern um die Sache ging,nämlich um die Frage nach dem Heil für diejenigen,
die sich nicht ausdrücklich zu Jesus dem Christus bekennen.
An ein Ende gekommen ist die Rahnerforschung
also längst noch nicht. Hier in Innsbruck wird seit 1985 der „Karl-
Rahner-Preis für theologische Forschung“ vergeben, der seit 2008 abwechselnd
von der Münchener und der Innsbrucker Karl-Rahner-Stiftung finanziert wird. Die
„Innsbrucker theologische(n) Studien“,
die P. Walter Kern SJ († 2007) ins Leben gerufen hat, sind eine etablierte Reihe,
in der herausragende Rahnerstudien veröffentlicht
wurden und werden. All das zeigt, wie lebendig, wie fruchtbar dieses
Werk heute noch studiert wird und jungen Theologinnen und Theologen auf ihrem
Weg hilft. Vor allem aber: Karl Rahner wird nach wie vor geschätzt – und gelesen, von
„Normalsterblichen“ manchmal mit mehr Sympathie, Respekt, Begeisterung oder
Ernst als von den eigenen Zunftgenossen.
Es gibt ja hier in Innsbruck den Karl-Rahner-Platz vor der Jesuitenkirche. Es ist zunächst
eine Postadresse. Vielleicht wird man einmal einen Hinweis unter dem Schild anbringen
müssen: „Deutscher Jesuit, 1904-1984, Professor in Innsbruck.“ In der Krypta der
Jesuitenkirche liegt Karl Rahner begraben. Das ist ein Ort, wo man Menschen treffen
kann, die Karl Rahner etwas verdanken. Ende März war ich fünf Tage in den USA,
in Milwaukee, Wisconsin. An der Marquette University ist Karl Rahner vor genau
30 Jahren, am 27. März 1979 mit der „Père Marquette Discovery Medal” ausgezeichnet
worden. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Marquette University zu vergeben
hat. Und sie geht sparsam damit um, die Auszeichnung ist kein Schleuderpreis:
Im Geist des französischen Jesuiten Jacques Marquette (1635-1675), der im
17. Jahrhundert als Missionar und Entdecker
Pionierleistungen in den USA und Kanada erbrachte, werden damit Persönlichkeiten
ausgezeichnet, die auf einem bestimmten Gebiet einen außergewöhnlichen Durchbruch
erreicht haben, der die Menschheit weitergebracht
hat. Das hat Karl Rahner gemeinsam mit dem Astronautenteam von Apollo
11, das 1969 ausgezeichnet wurde, mit Mutter Teresa von Kalkutta, die 1981 und
Desmond Tutu, dem Friedensnobelpreisträger, der 2003 ausgezeichnet wurde. 1969,
1979, 1981 und 2003: Karl Rahner in guter Gesellschaft.
Dass er allerdings in unseren Breiten in einem
Glasfenster „verewigt“ würde, wie dies 1967 in der Grace Cathedral in San
Francisco geschah, wo er zusammen mit den protestantischen
Theologen Karl Barth und Paul Tillich zu sehen ist, über ihnen die drei Großen
der Oxford-Bewegung (John Henry Newman,
John Keble, Edward Pusey)23, steht nicht zu
befürchten: Dies ist der deutsch-österreichischen
Mentalität fremd, man ist zu nüchtern bzw. zu verhalten – trotz aller zunehmenden
autobiographischen Versessenheit bzw. moderner
indiskreter Nabelschau.
5. Karl Rahner und das Canisianum

P. Gerwin Komma SJ mit P. Karl Rahner SJ
Zum Schluss: Karl Rahner und das Canisianum – das ist nicht mein Thema. Es
wäre abendfüllend. Aber lassen Sie mich wenigstens kurz in Erinnerung rufen, dass
er diesem Haus zeitlebens sehr verbunden war. Er gab Exerzitien, hielt Punkte, ließ sich
für Vorträge einspannen – vom Anfang seiner Lehrtätigkeit in der zweiten Hälfte der
30er Jahre bis zuletzt. Er interessierte sich
für das Canisianum und die Canisianer. Theologenausbildung war zu Rahners Zeit
weitgehend Priesterausbildung – sieht man von ganz wenigen exotischen Ausnahmen
wie etwa Herlinde Hudelist ab24, die sich
schon optisch aus dem Meer an schwarzen Talaren abhob. Als das Canisianum
im November 1938 ins Exil nach Sitten ging25, blieb Karl Rahner, anders als sein
Bruder Hugo, hier und ging elf Monate später,
als auch das Jesuitenkolleg von den Nazis aufgehoben wurde und alle Jesuiten
„Gauverbot“ erhielten, nach Wien. Es gibt insgesamt 16 Texte Karl Rahners
mit dem Erstveröffentlichungsort Korrespondenzblatt
(Korrespondenzblatt des Priestergebetsvereines
im theologischen Konvikte Canisianum zu
Innsbruck bzw. Korrespondenzblatt des Canisianums):
Predigten und Andachten zum Herz-Jesu- Fest vor allem, Betrachtungspunkte zu
ignatianischen Themen, Festvorträge, Primizpredigten
sind darunter26. Ob Karl
Rahners Vortrag „Weltgeschichte und Weltmission“, gehalten
hier im Haus auf einer Missionstagung im April 1951, etwas zu
tun hat mit einem gleichnamigen Vortrag27,
den er nach einem Kalendereintrag am 6.
Dezember 1936, drei Wochen vor seiner Promotion, ebenfalls hier im Canisianum
gehalten hat28, ist zum Beispiel noch ein kleines
Forschungsdesiderat. Der erste gedruckte Text Karl Rahners im Korrespondenzblatt
war übrigens eine Faschingsmeditation, gehalten
am 20. Februar 1950; und der letzte – P. Gerwin Komma SJ war damals Regens
– der Vortrag „Herz-Jesu-Verehrung heute“
29. Es wäre lohnend zu analysieren, welche
Akzentverschiebungen es in Rahners Herz-Jesu-Überlegungen von den 50er
Jahren bis zu seinem Lebensende gegeben hat. Aber das würde mein Zeitbudget an
diesem Abend sprengen. Wer sich hier noch die Mühe macht, Bücher
aufzuschlagen und nicht alles meint im
Internet recherchieren zu sollen, dem empfehle ich abschließend zwei Rahner-
Würdigungen im Korrespondenzblatt: Di e
eine verfasste Johann Baptist Metz in Heft
1/2 (Oktober 1956 bis Jänner 1957): „P. Karl Rahner – Rundgang durch sein Arbeitsfeld“.
Am Ende geht Metz auch „auf die Verbindung P. Rahners mit dem Canisianum
und seiner Spiritualität“ ein; und schließlich
gibt es die kleine Laudatio von Elmar
Klinger zum Sechziger Karl Rahners. „Die Zersplitterung und Desintegration“, heißt es
da, „das Auseinanderfallen unseres Lebens in Aktivität und Passivität, daß wir einmal
studieren und dann beten, dann Sport treiben,
dann in die Ferien gehen und schließlich Weihen
empfangen, alles ohne sehr sichtbaren inneren Zusammenhang, zwingt
uns immer wieder zur Besinnung gegenüber einer Spiritualität, die sich dem Herzen
Jesu verpflichtet weiß.“30 Was das konkret
bedeutet, darüber hat Karl Rahner hier in diesem Haus wiederholt nachgedacht, und
er hat dabei nicht nur Klischees bedient. Zu seinem Sechziger haben „die Canisianer“
auch einen kleinen kollektiven Geburtstagswunsch an
Karl Rahner gerichtet. Darin findet sich eine der berühmten
Anekdoten, mit der ich schließen will: „Als vor nunmehr fast vier Jahren die
Kommunität des Canisianums Ihrem Bruder Hugo mit großer Freude zum 60. Geburtstag
ein Glückwunschständchen darbrachte, konnte
dieser nicht umhin, uns auch eine kleine Episode aus Ihren ersten Tagen auszuplaudern.
,Als damals das Karlchen geboren wurde’, so erzählte er, ,führte mich
unser Vater an die Wiege. Lange starrte ich das kleine häßliche Wesen an, ehe ich mich
aufraffte und sagte: ,Papa, den behalten wir.
Stellen Sie sich vor, ich hätte das nicht gesagt!
Der Schaden für die Theologie und für Sie wäre unermeßlich!“31
Nun ja, die Familie Rahner hat „das Karlchen“ behalten; die Jesuiten auch
– und das Canisianum wusste stets, was es an Karl Rahner hat. Theologisches Fast-
Food, seichte spirituelle Häppchen, billige Mätzchen waren seine Sache nicht. Ich
glaube, niemand kann ernsthaft bezweifeln, dass Karl Rahners
Verdienste für Theologie und Kirche weit übers 20. Jahrhundert hinausreichen.
Vielleicht ist seine Zeit ja auch erst im Kommen. Aber das ist
eine andere Geschichte, über die ich eventuell in 25
Jahren berichten kann.
1 Vortrag im Collegium Canisianum, Innsbruck (14.Mai 2009). Der Redestil wurde für die Drucklegung
bewusst beibehalten.
2 Vgl. A. R. Batlogg – M. E. Michalski (Hg.), Begegnungen
mit Karl Rahner. Weggefährten erinnern sich. Freiburg 2006; engl. Übersetzung: dies. (eds.),
Encounters with Karl Rahner. Remembrances by those who knew him (Marquette Studies in
Theology, no. 63). Milwaukee 2009. 3 W. Kasper, Karl Rahner – Theologe in einer Zeit
des Umbruchs, in: ThQ 159 (1979) 263-271, 271.
4 K. Rahner, Ein ganz normaler Theologe und Christ,
in: ders., Sämtliche Werke. Bd. 31: Im Gespräch
über Kirche und Gesellschaft. Interviews und
Stellungnahmen. Bearbeitet von A. Raffelt. Freiburg 2007, 484-485, 484.
5 Ebd. 6 K. Rahner, Ich protestiere. Offener Brief an
Kultusminister Hans Maier und Kardinal Joseph
Ratzinger. Eine Wortmeldung zur Ablehnung von
Johann Baptist Metz, in: ders., Sämtliche Werke,
Bd. 31, 464-475.
7 Zit. nach: Was ein Provinzial alles erfährt. Im
Gespräch mit Alfons Klein SJ, München, in: Batlogg
– Michalski, Begegnungen mit Karl Rahner, 194-
205, 200 („Protest gegen einen Kardinal“); vgl. A.
Klein, Protest und Ordensgehorsam, in: P. Imhof
– H. Biallowons (Hg.), Karl Rahner. Bilder eines
Lebens. Freiburg 1985, 126-127.
8 K. Rahner, Ein ganz normaler Theologe und Christ,
484 f.
9 Ebd. 485.
10 Die Lecture ist als digitale Veröffentlichung des Karl-
Rahner-Archivs auf dem Freiburger Dokumentenserver
zugänglich: K. Lehmann, Was bleibt von Karl Rahner? Theologische Programmatik für heute
und morgen: ‹http://www.freidok.uni-freiburg.
de/volltexte/ 3016› [16-31].
11 K. Lehmann, Karl Rahner zum Gedächtnis. Neunzigster Geburtstag – Zehnter Todestag, in:
StZ 212 (1994) 147-150, 147.
12 Vgl. z. B. H. Küng, Im Interesse der Sache. Antwort
an Karl Rahner, in: StZ 187 (1971) 43-64, 43: „Karl
Rahner betrachte ich, obwohl ich nie sein Schüler
war, als einen meiner Lehrer in der Theologie.
Ungezählte Türen hat er, der unermüdlich Vorstoßende,
unserer Generation mit starker Hand geöffnet: an Fragen gerührt, an die sich kein katholischer
Theologe heranwagte; umgestellt, was ihm nicht am richtigen Platz zu stehen schien; andere
Akzente gesetzt, von den Höhen der Gottesund Christuslehre angefangen bis zu den ganzpraktischen Fragen der Pfarrgemeinde und der
persönlichen Spiritualität; kühn neue Antworten
gegeben, die dann auch entsprechend verketzert
wurden. In all dem hat er uns Jungen Freude an
der Theologie vermittelt, hat uns Mut zum Denken
gemacht, ließ uns aus dem starren und grauen Gehege der Neuscholastik ausbrechen und hat
mit anderen der Legio sacra heutiger katholischer
Theologie (Hans Urs von Balthasar, Yves Congar,
Otto Karrer, Henri de Lubac) so manch einem von
uns, der eigentlich in die Seelsorge gehen wollte,
dazu verlockt, sich auf das große Abenteuer katholischer
Theologie in einer Zeit des beginnenden Umbruchs einzulassen und Theologe zu werden.“
13 K. Lehmann, Karl Rahner zum 100. Geburtstag,
in: ‹www.jesuiten.org/frameset.asp?file=content.
htm&dir=/geschichte/jubilaeen/› [Pressemappe
zum 100. Geburtstag Karl Rahners SJ am 5. März
2004, 3].
14 Vgl. A. Raffelt, Was will die Karl-Rahner-Gesamtausgabe?,in: ZKTh 121 (1999) 413-430; zuvor:
A. R. Batlogg – A. Zahlauer, Rahner in 32 Bänden.
Anmerkungen zum Start der Karl-Rahner- Gesamtausgabe, in: ZKTh 118 (1996) 379-386.
15 K. Lehmann, Karl Rahner zum Gedächtnis, 149.
16 Vgl. A. R. Batlogg – A. Raffelt, Ein Lebenswerk
erschlossen. Zum Stand der Edition Sämtlicher
Werke Karl Rahners: ‹http://www.freidok.uni-freiburg.
de/volltexte/3016› [33-52].
17 A. R. Batlogg, Die Autorität Karl Rahner.Überlegungen und Beobachtungen zum 25. Todestag,
in: StZ 227 (2009) 147-161.
18 J. B. Metz, Karl Rahner zu vermissen, in: Imhof – Biallowons, Karl Rahner, 166-171, 166.
19 J. B. Metz, Karl Rahner – ein theologisches Leben.
Theologie als mystische Biographie eines Christenmenschen heute, in: StZ 192 (1974) 305-
316, 312.
20 Vgl. Ein Meister von guten Fragen – ein bißchen
wie Sokrates. Im gespräch mit P. Georg Sporschill
Beiträge 12 SJ, Wien, in: Batlogg – Michalski, Begegnungen
mit Karl Rahner, 264-271.
21 Metz, Karl Rahner zu vermissen, 170; vgl. ders.,
Den Glauben lernen und lehren. Dank an Karl Rahner. München 1984, 24: „So ist mir Karl Rahner
das geworden, was ich eingangs bekannte: mein
Lehrer der Theologie als Vater meines Glaubens.“
22 Zit. nach: Aus der Podiumsdiskussion am Ende
der Tagung, in: H. Klauke (Hg.), 100 Jahre Karl
Rahner. Nach Rahner – post et secundum. Köln 2004, 115-140, 124.
23 Eine Abbildung findet sich in Imhof – Biallowons,
Karl Rahner 166; dort ist fälschlicherweise die
„Rockefeller Chapel“ angegeben. Für einen virtuellen
Besuch vgl. ‹www.gracecathedral.org›; die Website des Karl-Rahner-Archivs hat einen link zu
dieser Adresse gelegt: ‹www.karl-rahner-archiv.
de/index.php?rubrik=7&seite=biographie&e2id=8›
[Karl Rahner im Glasfenster].
24 Vgl. R. A. Siebenrock, „Die Frau ist der Frau
aufgegeben“. Ihre Assistententätigkeit im Dogmatischen
Institut bei Karl Rahner, in: G. Bader – M. Heizer
(Hg.), Theologie erden. Erinnerungen an Herlinde
Pissarek-Hudelist. Thaur 1996, 45-55.
25 Vgl. A. R. Batlogg, „Die Pfaffenburg muß weg“.
Das Collegium Canisianum im Jahr 1938, in: Korrespondenzblatt des Canisianums 132
(1999) 11-37; ders., Karl Rahner in Innsbruck. Aus der
Wissenschaftsbiographie eines Jesuitengelehrten
– zugleich ein Stück Fakultätsgeschichte, in: ZKTh
129 (2007) 397-422, bes. 401-405.
26 Vgl. K. Rahner, Betrachtungspunkte für Faschingsmontag,
den 20. Februar 1950, in: Korrespondenzblatt des Priestergebetsvereines im
theologischen Konvikte Canisianum zu Innsbruck
84, H. 2 (1950) 90-93; ders., Thomas von Aquin als
Mönch, Theologe, Mystiker, in: ebd. 86 (1952) 89-
93; ders., Weltgeschichte und Weltmission, in: ebd.
87 (1953), H. 2, 73-80; ders., Immaculata, in: ebd.
89 (1955) 80-86; ders., Ignatianische Frömmigkeit
und Herz-Jesu-Verehrung. Betrachtungspunkte, in: ebd. 90 (1955) 5-17; ders., Zur Theologie der
Pfarre, in: ebd. 90 (1956) 182-188; ders., An Maria,
in: ebd. 90 (1956) H. 4, 163-164; Primizpredigt, in:
ebd. 91 (1957), 19-21; Der Kreuzestod unseres
Herrn, in: ebd. 93 (1959) 17-22; ders., Zum heiligen
Fest des Anfangs, in: ebd. 94 (1960) 13-16; ders.,
Gedanken an Pfingsten, in: ebd. 94 (1960) 34-40;
ders., Zum Thomasfest. Betrachtungspunkte, in:
ebd. 95 (1961) H. 6, 25-28; ders., Himmelfahrt
Christi, in: ebd. 96 (1961) 6-8; ders., Einheit, Liebe,
Geheimnis. Punkta zum Herz-Jesu-Triduum 1962,
in: ebd. 97 (1962) 4-15; Zur Primiz, in: ebd. 97 (1962)
24-28; Der Mensch mit dem durchbohrten Herzen.
Festvortrag vom 17. Juni 1966 im Canisianum, in:
ebd. 101 (1966), H. 1-2, 19-27; ders., Herz-Jesu-
Verehrung heute, in: ebd. 116 (1982/83) 2-8.
27 K. Rahner, Weltgeschichte und Weltmission,
in: ders., Sämtliche Werke. Bd. 10: Kirche in
den Herausforderungen der Zeit. Studien zur Ekklesiologie und zur kirchlichen Existenz.Bearbeitet von J. Heislbetz u. A. Raffelt. Freiburg
2003, 212-220.
28 Vgl. die Notiz in KRA III, E, 1; K. H. Neufeld, Die
Brüder Rahner. Eine Biographie. Freiburg 22004,
131.
29 K. Rahner, Herz-Jesu-Verehrung heute, in Sämtliche
Werke. Bd. 29: Geistliche Schriften. Bearbeitet
von H. Vorgrimler. Freiburg 2007, 231-242.
30 E. Klinger, Zum 60. Geburtstag von P. Karl Rahner,
in: Korrespondenzblatt des Priestergebetsvereins
Canisianums 98 (1964) 33-34, 34. 31 Zit. nach ebd. 35 („Lieber Pater Karl Rahner! …Ihre Canisianer“).
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